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Konfliktlösung und Prävention sparen Kosten

Im folgenden Blogbeitrag betrachten wir das untersuchte Risiko bzw. Potential für Kosten(einsparung) bei ungelösten Konflikten in Organisationen und den Return of Investment bei Investitionen in Präventionsmaßnahmen gegen Stress und für psychische Gesundheit.

Autorinnen: Julia Glodek & Cornelia Strecker

Mindestens 25% Reduktionskostenpotential: Sich nicht um Konflikte zu kümmern, ist teuer

„Ein Konflikt ist jede Planabweichung oder Plangefährdung bei Umsetzung der wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens durch den Einsatz seiner Ressourcen, v.a den Einsatz von Arbeitszeit“1
heißt es in einer branchenübergreifenden KPMG-Studie. In die Auswertung der Befragung flossen 111 statistisch valide und voll verwertbare Antworten ein.

Die Ergebnisse zeigen beachtliche Zahlen:
10-15% der Arbeitszeit in jedem Unternehmen werden für Konfliktbewältigung aufgewendet. Zudem verbringen Führungskräfte rund 30-50% der wöchentlichen Arbeitszeit direkt oder indirekt mit Reibungsverlusten, Konflikten oder Konfliktfolgen. Das Reduktionskostenpotenzial bei Konfliktkosten liegt bei mindestens 25% pro Jahr.

Die BAuA in Deutschland ordnet diese Konfliktstudie aus 2009 als nach wie vor höchst relevant ein und geht davon aus, dass die Beträge aktuell wahrscheinlich nochmal um einiges ansteigen könnten.2
Sie halten fest: „Sich nicht um Konflikte zu kümmern ist daher teuer für jedes Unternehmen! Die Schaffung einer positiven Arbeitskultur und die Konfliktlösung können daher dazu beitragen, die Fehlzeiten zu reduzieren und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu verbessern.“2

Quellen:
1: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. (2009). Konfliktkostenstudie: Die Kosten von Reibungsverlusten in Industrieunternehmen. https://mediation.is/wp-content/uploads/2014/04/konfliktkostenstudie-2009-kpmg.pdf
2: Gruschka, C. (2024). Preis der Ignoranz. In Mit Dissens zum Erfolg: Mediation nutzen, um Fachkräfte zu binden (S. 77–97). Springer Gabler. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-69201-1_4

 

Ein aufgewendeter Euro für Prävention führt zu Einsparungen von 2,7 Euro
| Gerundeter Return of Prevention somit 1:3

Die Initiative Arbeit und Gesundheit stellt eine Zusammenstellung der wissenschaftlichen Evidenz von 2012 bis 2018 zur Wirksamkeit und Nutzen arbeitsbezogener Gesundheitsförderung der Prävention zur Verfügung. Dieses Meta-Review beinhaltet 49 Reviews mit über 900 darin enthaltenen Einzelstudien.

Insgesamt lässt sich eine deutliche Verschiebung im Themenspektrum feststellen: Stress und psychische Störungen kristallisieren sich als Themenbereich heraus, die am besten untersucht wurden. Hier konnten ~ 60 Prozent der Reviews methodisch überzeugen.
Über alle Studien hinweg ergibt sich ein mittlerer ROI von 2,7. Ein aufgewendeter Euro würde demnach also zu einer Einsparung von 2,7 Euro führen.  Zudem berichten 65% der eingeschlossenen Studien explizit von einem ökonomischen Nutzen betrieblicher Prävention.

Quelle:
Barthelmes, I., Bödeker, W., Sörensen, J., Kleinlercher, K.-M. und Odoy, J. (2019). iga.Report 40. Wirksamkeit und Nutzen arbeitsweltbezogener Gesundheitsförderung und Prävention. Zusammenstellung der wissenschaftlichen Evidenz 2012 bis 2018. Dresden: iga.

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