Im folgenden Blogbeitrag betrachten wir den protektiven Fakor eines gerechten, wertschätzenden Klimas und Partizipation für die körperliche und psychische Gesundheit.
Autorinnen: Julia Glodek & Cornelia Strecker
Weniger Belastung, mehr Rückhalt: Ein unterstützendes soziales Klima als protektiver Faktor für Nackenschmerzen
In der ASU Zeitschrift für medizinische Prävention wird 2020 der Zusammenhang organisationaler Rahmenbedingungen und Gesundheit bei Führungskräften und Beschäftigten vorgestellt. Die Studie besteht sowohl aus einem systematischen Literaturreview, als auch aus einer quantitativen empirischen Analyse von repräsentativen Beschäftigtenbefragungen. Somit konnten 51 Reviews und Meta-Analysen extrahiert werden, sowie 10.055 Personenjahre in der Sekundäranalyse erhoben werden.
Die Studie konnte erwartungsgemäß zeigen, dass „positive Klimata mit hohen Ausprägungen von Gerechtigkeit oder Unterstützung der Beschäftigtengesundheit zuträglich sind. Negative Klimata, die etwa geprägt sind durch Diskriminierung, wirken demgegenüber beeinträchtigend“. 1
Die Studie zeigt zudem, dass das reine Vorhandensein von potentiell gesundheitsfördernden Strukturen (z.B. Gesundheitsförderung und regelmäßige Mitarbeitendengespräche) alleine nicht ausreichend ist.
Ein „Klima der Unterstützung“ hingegen weist sich als entscheidend für die psychische Gesundheit heraus und ist eng mit der Prävention von Stress und Burnout verbunden. Des Weiteren stellt sich ein gutes soziales Klima als protektiver Faktor gegen Nackenschmerzen heraus. Es wird ein konsistenter Zusammenhang von Gerechtigkeitsklima und Gesundheit berichtet. Dabei ist besonders die Partizipation der Mitarbeitenden in Prozessen als tragender Faktor beschrieben.
Die Partizipationschancen im Unternehmen werden bei der Evaluierung / Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz bei Humane Arbeit GmbH als aufgabenbezogene und soziale Ressource erhoben. Es werden „die Möglichkeiten der kollektiven Einflussnahme auf übergreifende Entscheidungen, die den eigenen Tätigkeitsbereich betreffen“2, erfragt, wie z.B. die Berücksichtigung von konkreten Wünschen/Anliegen bei der Arbeitszeitgestaltung oder Dienstplanerstellung.
1: ASU Zeitschrift für medizische Prävention (2020): https://www.asu-arbeitsmedizin.com/node/146890/print
2: Glaser, J., Hornung, S. Höge, T., Strecker, C. (2020): Das Tätigkeits- und Arbeitsanalyseverfahren (TAA) Screening psychischer Belastungen in der Arbeit. 1. Auflage. Innsbruck: Innsbruck University Press
