{"id":3385,"date":"2024-08-01T13:40:05","date_gmt":"2024-08-01T11:40:05","guid":{"rendered":"https:\/\/humanearbeit.com\/cms\/?p=3385"},"modified":"2024-10-16T10:10:53","modified_gmt":"2024-10-16T08:10:53","slug":"aeltere-arbeitnehmerinnen-ein-blick-auf-vorurteile-und-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanearbeit.com\/cms\/2024\/08\/01\/aeltere-arbeitnehmerinnen-ein-blick-auf-vorurteile-und-realitaet\/","title":{"rendered":"\u00c4ltere Arbeitnehmer*innen: Ein Blick auf Vorurteile und Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"3385\" class=\"elementor elementor-3385\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-79b0530 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"79b0530\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-c8007b9\" data-id=\"c8007b9\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4449332 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4449332\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><em>In diesem Blogbeitrag betrachten wir die Relevanz altersgemischter Teams auf individueller und kollektiver Ebene.<\/em> <em>Wir diskutieren altersspezifische Stereotypen und Vorurteile und gleichen sie mit Studienergebnissen ab.<\/em><\/p><p>\u00a0<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-02e534b elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"02e534b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-8e333b9\" data-id=\"8e333b9\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-bf3197f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"bf3197f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: right;\">Autorin: Valerie Nickel<\/p><p><strong>Besch\u00e4ftigung \u00e4lterer Arbeitnehmer*innen &#8211; Chancen und Herausforderungen<\/strong><\/p><p>Die Kombination aus Fachkr\u00e4ftemangel und einer alternden Belegschaft stellt eine bedeutende Herausforderung in zahlreichen Branchen dar. Arbeitskr\u00e4fte auch im pensionsf\u00e4higen Alter im Unternehmen zu halten, hat das Potenzial Erfahrung und Fachwissen zu sichern und Personalengp\u00e4ssen entgegenzuwirken. Erfolgreiches Altern spielt eine zentrale Rolle f\u00fcr ein erf\u00fclltes Leben, wobei die berufliche T\u00e4tigkeit einen bedeutenden Beitrag leisten kann. Dennoch unterst\u00fctzt nicht jede Form der Besch\u00e4ftigung erfolgreiches Altern gleicherma\u00dfen. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen altersgemischte Arbeitsgruppen spezifischen Anforderungen gerecht werden. \u00c4ltere Arbeitnehmer*innen werden oft als weniger lern- und leistungsf\u00e4hig, teilweise sogar als Belastung, gesehen. Die Frage stellt sich, inwiefern dies der Realit\u00e4t entspricht oder vielmehr auf Vorurteilen basiert.<\/p><p><strong>Inwiefern unterscheiden sich \u00e4ltere von j\u00fcngeren Menschen?<\/strong><\/p><p>Untersuchungen haben gezeigt, dass j\u00fcngere und \u00e4ltere Menschen in den Aspekten Intelligenz, Emotionen, Motivation und Pers\u00f6nlichkeit im Durchschnitt voneinander abweichen. Kognitive F\u00e4higkeiten bauen altersbedingt ab. \u00c4ltere Menschen ben\u00f6tigen m\u00f6glicherweise l\u00e4nger, um Informationen zu verarbeiten, sie sind dadurch aber j\u00fcngeren nicht automatisch unterlegen, da sie dies oft mit ihrem Erfahrungswissen kompensieren k\u00f6nnen. Eine St\u00e4rke von \u00e4lteren Menschen besteht h\u00e4ufig darin, dass sie ihre eigenen Emotionen besser verarbeiten und Konflikte erfolgreich bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Wenn Hindernisse auftreten, neigen \u00e4ltere Menschen dazu, sich besser anzupassen und alternative Wege zur Zielerreichung zu finden. Die umfassende Lebenserfahrung f\u00fchrt zu einer gereifteren Pers\u00f6nlichkeit, die sich durch eine verbesserte Anpassungsf\u00e4higkeit in der Gesellschaft auszeichnet: \u00c4ltere Menschen sind tendenziell gewissenhafter und emotional stabiler.<\/p><p>Mit zunehmendem Alter ist ein gewisser R\u00fcckgang der k\u00f6rperlichen und geistigen F\u00e4higkeiten unvermeidlich, jedoch wird dieser oft beschleunigt, wenn Menschen ihre Potenziale nicht aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen.\u00a0<\/p><p><strong>Welchen Einfluss haben Stereotype?<\/strong><\/p><p>\u00dcber die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt sich, dass die Einstellung gegen\u00fcber \u00e4lteren Menschen negativer ist als die gegen\u00fcber j\u00fcngeren. Die Stereotypisierung und Diskriminierung von Einzelpersonen oder einer Gruppe von Personen aufgrund ihres Alters wird als \u201eAgeism\u201c bezeichnet. \u00dcber die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt sich, dass die Einstellung gegen\u00fcber \u00e4lteren Menschen negativer ist als die gegen\u00fcber j\u00fcngeren. Ein weitverbreitetes Stereotyp ist, dass \u00e4ltere Menschen nicht motiviert sind zu lernen, nicht mehr lern- und leistungsf\u00e4hig sind. H\u00f6heres Alter wird h\u00e4ufig mit Attributen wie starr, altmodisch und unterlegen assoziiert. Hierbei ist zu beachten, dass Untersuchungen wie beispielsweise von McCarthy und Kolleg*innen aus dem Jahr 2019 diese Stereotype widerlegen konnten.<\/p><p>Dennoch sind diese Stereotype hartn\u00e4ckig und hoch einflussreich. \u00c4ltere Menschen, die diesen Stereotypen selbst Glauben schenken, zeigen tendenziell weniger Ausdauer bei Aufgaben, eine geringere Lernf\u00e4higkeit und einen R\u00fcckgang ihrer Lernkompetenz. Wir sehen somit den Effekt einer &#8222;selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung&#8220;. Der Begriff &#8222;selbsterf\u00fcllende Prophezeiung&#8220; wurde von dem amerikanischen Soziologen Robert K. Merton gepr\u00e4gt und beschreibt, wie Vorhersagen oder Erwartungen bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen k\u00f6nnen, die letztlich dazu f\u00fchren, dass die Vorhersage eintritt.\u00a0<\/p><blockquote><p><b><i><span data-ogsc=\"rgb(119, 119, 119)\" data-ogsb=\"white\">Die Bedeutung altersspezifischer Stereotype und deren Auswirkungen verdeutlicht eine Studie von Levy und Kolleg*innen (2011): Personen, die negative Vorurteile gegen\u00fcber dem Alter hegten, wiesen 38 Jahre sp\u00e4ter eine um 30% schlechtere Ged\u00e4chtnisleistung auf als Personen mit weniger Vorurteilen.<\/span><\/i><\/b><\/p><\/blockquote><p>Altersdiskriminierende Einstellungen am Arbeitsplatz sind von gro\u00dfer Bedeutung, da sie die Urteile und Handlungen von Entscheidungstr\u00e4ger*innen in Unternehmen beeinflussen k\u00f6nnen und somit erhebliche Nachteile f\u00fcr alle Beteiligten bedeuten k\u00f6nnen.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Die Ber\u00fccksichtigung der St\u00e4rken und Bed\u00fcrfnisse \u00e4lterer Arbeitnehmer*innen sowie die Einr\u00e4umung eines Mitspracherechts bei der Gestaltung ihrer Arbeit ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr Unternehmen, die das Potenzial ihrer Belegschaft voll aussch\u00f6pfen wollen, sowie f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt, um die Teilhabe und das Wohlbefinden \u00e4lterer Menschen zu f\u00f6rdern. Dabei sollten individuell angepasste Anforderungen, ausreichende, altersgerechte Ressourcen (wie z.B. ergonomische Arbeitspl\u00e4tze, flexible Arbeitszeiten und altersgerechte Technologien) sowie motivierende Arbeitsinhalte und motivierende Arbeitsinhalte beachtet werden. Zahlreiche Studien belegen den positiven Einfluss solcher &#8222;guter&#8220; Arbeitsbedingungen sowohl auf die geistige Fitness als auch auf die Arbeitsleistung. Altersgemischte Teams haben sich im Allgemeinen als \u00e4u\u00dferst produktiv erwiesen, da sie es allen Mitgliedern erm\u00f6glichen, ihre individuellen Talente optimal einzubringen.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><em>Dieser Text wurde in gek\u00fcrzter Version im Februar 2024 gemeinsam mit Christian Seubert, PhD und in Kooperation mit<\/em> <em>Innos GmbH (<a class=\"ProsemirrorEditor-link\" href=\"https:\/\/www.innos.at\">https:\/\/www.innos.at) <\/a>in der Zeitung Osttiroler Bote (<\/em><a href=\"http:\/\/www.osttirolerbote.com\"><em>www.osttirolerbote.at)<\/em><\/a><em> ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9b9d4c0 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9b9d4c0\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>\u00a0<\/p><p><strong>Quellen:<br \/><\/strong>Levy,\u00a0B.R.,\u00a0Zonderman,\u00a0A.B.,\u00a0Slade,\u00a0M.D.,\u00a0&amp;\u00a0Ferrucci,\u00a0L.\u00a0(2011).\u00a0Memory\u00a0shaped\u00a0by\u00a0age\u00a0stereotypes\u00a0over\u00a0time.\u00a0<em>The\u00a0Journals\u00a0of\u00a0Gerontology,\u00a0Series\u00a0B:\u00a0Psychological\u00a0Sciences\u00a0and\u00a0Social\u00a0Sciences,<\/em>\u00a0<em>67(4)<\/em>, 1403.21\u201304936\/g, edroin:1b0\/g.1b0r9132\/0geronb\/gbr120. Advance Access published on November 4, 2011<br \/><span style=\"font-size: 13px;\"><br \/>McCarthy, J., Heraty, N., &amp; Bamberg, A. (2019). Lifespan perspectives on age-related stereotypes, prejudice, and discrimination at work (and beyond). In S. K. Parker, &amp; J. L. Paterson (Hrsg.), Work across the lifespan (S. 375-394). Elsevier. <\/span><a style=\"font-size: 13px; background-color: #ffffff;\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/B978-0-12-812756-8.00017-7\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/B978-0-12-812756-8.00017-7<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Blogbeitrag betrachten wir die Relevanz altersgemischter Teams auf individueller und kollektiver Ebene. 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